Verbindungsarten beschrieben: Vom Stoffschluss bis zur Welle Nabe Verbindung

Verbindungsarten erklärt

Zum Verbinden von mindestens zwei oder mehr Bauteilen stehen grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten , die sogenannten drei Verbindungsarten zur Verfügung, die auf unterschiedlichen physikalischen Prinzipien beruhen. Die Verbindung soll eine Trennung der Körper unter den während es Betriebs wirkenden Kräften verhindern und diese zuverlässig an Ort und Stelle halten. Hierbei unterscheidet man im Allgemeinen die formschlüssige Verbindung, die kraftschlüssige Verbindung und schließlich die stoffschlüssige Verbindung. Was man jeweils darunter versteht und wozu die gängigsten Fügeverfahren (z.B. Schrauben, Nieten, Kleben, usw.) zählen, erfahren Sie nachfolgend. Viel Spaß beim Lesen!

 

 

Die formschlüssige Verbindung

 

Simpel gesagt sind sich die bei der Verbindung beteiligten Bauteile im Weg, wodurch das Lösen bei wirkenden Betriebskräften effektiv verhindert wird. Der Formschluss wird entweder durch das ineinander greifen von mindestens zwei Werkstücken erreicht oder auch durch das Einbringen eines weiteren Teils, einem Verbindungselement. Hierzu zählen beispielsweise Stifte, Bolzen oder eben auch Nieten. Die formschlüssige Verbindung zeichnet sich dadurch aus, dass im Lastfall, Normalkräfte, also senkrecht auf die sich gegenüberstehenden Flächen der Verbindungspartner wirkende Kräfte, wirken.

Auf dem nachfolgenden Bild ist ein typischer Fall abgebildet. Zwei überlappende Blechränder wurden durch ein Niet miteinander verbunden. Wie Sie selbst eine solche Verbindung herstellen können, lesen Sie in meiner Blindniet-Anleitung. In diesem Fall besteht der Formschluss in alle Richtungen auf der zur Zylinderachse senkrechten Ebene. Durch die Nietköpfe besteht auch entlang der Bohrachse ein Formschluss. Dies hat den Sinn die Bleche aufeinander zu halten, so dass diese sich bei Belastung nicht von einander abheben lassen.

 

Ein Beispiel für eine formschlüssige Verbindung: Ein Niet stellt den Formschluss her

 

Neben dem Nieten zählt hierzu beispielsweise auch die Nut-Feder-Verbindung, der Reißverschluss, Passfedern oder ineinander greifende Verzahnungen (Zahnräder).

 

 

Die kraftschlüssige Verbindung

 

Bei dieser Verbindung wird die Bewegung der Bindungspartner durch Haftreibung verhindert. Die Reibung setzt Normalkräfte, also senkrecht zu den zu verbindenden Flächen der Bauteile wirkenden Kräfte, voraus. Auf dem unten stehenden Bild habe ich Ihnen den Sachverhalt beispielhaft aufgezeichnet. Die eingezeichneten Normalkräfte pressen die beiden Bauteile aufeinander, wodurch beim Versuch die Bauteile entlang der eingezeichneten Pfeilrichtung längs auseinander zu ziehen, Haftreibung entsteht, die der Bewegung entgegenwirkt.

Die Abbildung zeigt eine kraftschlüssige Verbindung

Die Verschiebung wird dabei verhindert, so lange die durch die Haftreibung entstehenden Kräfte nicht überschritten werden. Sollte dies allerdings doch eintreffen, kommt es zu einem Gleiten der aufeinander gepressten Flächen.

Aus dem Alltag ist die kraftschlüssige Verbindung nicht weg zu denken und Sie stellen jeden Tag unterbewusst etliche solcher her, denn auch das Klemmen und Halten von Gegenständen zwischen Daumen und Zeigefinger fällt unter diese Verbindungsart. Auch das Verknoten von Seilen oder Schnürsenkeln, aber auch jegliche Klemmverbindung zählt hierzu. Weitere prominente Beispiele sind Schraubverbindungen oder Presspassungen.

 

 

Die stoffschlüssige Verbindung

Eine stoffschlüssige Verbindung zeichnet sich dadurch aus, dass die zu verbindenden Bauteile durch atomare oder molekulare Verbindungen miteinander verbunden sind. Darin ist auch die Tatsache begründet, dass diese Verbindungstype nur durch Zerstörung der Verbindungsmittel lösbar ist. Innerhalb dieser Gruppe kann man die Fügeverfahren weiter darin unterscheiden, ob die Verbindung durch arteigene oder artfremde Zusatzwerkstoffe zustande kommt. Nachfolgendes Bild stellt den Sachverhalt beispielhaft dar; das rot markierte Verbindungsmittel könnte hier zum Beispiel Klebstoff sein.

Das Fügeverfahren "Kleben" ist ein Beispiel für eine stoffschlüssige Verbindung

Das Löten, Schweißen und Kleben stellen hierbei die meiner Meinung nach bekanntesten Fügeverfahren dieser Gruppe dar. Vorteile dieser Verfahren ist die meist hohe Übertragbarkeit von Kräften und Momenten und der geringe Platzbedarf. Jedoch ist nicht jeder Werkstoff geeignet bzw. fallen beim Kleben oft aufwändige Vorbehandlungsschritte an.

 

 

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